Literatur

Was der Autor meinte …

Vor einiger Zeit machte dieser Thread die Runde. Und wie man anhand der Kommentare feststellen konnte, kommen die Deutschlehrer und die Literaturstunden dabei sehr schlecht weg. Herr Rau hat in einem Blogbeitrag darauf hingewiesen, dass es ihm egal sei, was der Autor meinte. Die Argumente, die er dort nennt, kann man nur unterstreichen:

(a) wir wissen es ohnehin nicht (es sei denn, wir hätten Briefe von ihm gelesen, und das ist selten der Fall),
(b) der Autor weiß nicht unbedingt, was er tut, und
(c) seine Meinung ist genau so viel oder wenig interessant wie die Meinung jedes anderen. Autoren meinen sicher oft, sie haben unglaublich witzige und spannende Geschichten geschrieben. Das kann mir aber egal sein, wenn ich die nun mal nicht spannend oder witzig finde.

Allerdings hat man als Besucher der letzten Solothurner Literaturtage schon oftmals das Gefühl, dass die Journalisten, die jeweils einen Autor vorstellten und ihm anschließend auch Fragen stellten, vom Autor wissen wollten, was er mit seinem Text aussagen wollte. Deutschlehrer sind also bei weitem nicht die einzigen, die in diese Falle tappen.

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viceversa literatur.ch

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Viceversa literatur.ch – die Online-Schwester des Literaturjahrbuches ist eine Plattform, die sich der  Schweizer Literatur widmet. Nach einem ersten Blick auf die Homepage habe ich einen sehr guten Eindruck bekommen.

Ein Mausklick genügt, und man ist bei den neuesten Rezensionen, bei den besprochenen Autorinnen und Autoren, bei der Liste der Schweizer Literaturzeitschriften oder bei Verlagen und Organisationen. Dabei öffnet sich auch der Zugang zu den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Bei den Zeitschriften kann sogar nach rätoromanischen Ausgaben gesucht werden. (sda  auf SF Fernsehen)

via blogthek.

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Gefunden – Karl May

Ich suchte im Internet
So vor mich hin,
Und etwas zu finden,
Das war mein Sinn …

Als ein Kollege und ich vor einigen Wochen die neuen Ethik-Lektionen vorbereiteten, waren wir auf der Suche nach geeigneten einführenden Fallbeispielen. Plötzlich erinnerte ich mich spontan an eine Geschichte, die ich vor über vierzig Jahren in einem Karl-May-Buch gelesen hatte.

Ein Vater und ein Sohn waren auf einem Kirchendach beschäftigt, womit genau, wusste ich nicht mehr, wahrscheinlich als Dachdecker. Der Sohn bekam einen Schwindelanfall und hielt sich am Bein des Vaters fest. Daraufhin drohten beide abzustürzen. Der Vater hielt dies eine Zeit lang aus, dann drohte er mit dem Sohn abzustürzen. Also stiess er seinen Sohn gewaltsam von sich und liess ihn abstürzen.

Dies war meine Erinnerung. In welchem Buch ich das gelesen hatte, wusste ich nicht mehr. Immerhin hatte ich über 40 Bände von Karl May in jener Zeit gelesen. Natürlich kann man das Beispiel nun selber fertig konstruieren. Aber im Zeitalter des Internets sollte es doch möglich sein, die entsprechende Textstelle zu finden.

Also suche ich vor mich hin: Suchbegriffe „Dachdecker“ und „Karl May“. Als Antwort ein Zeitungsartikel, in dem von einem Dachdecker in Biel berichtet wird, der vom Dach gestürzt sei. In einer Reklame auf derselben Seite: „Mögen Sie Abenteuerromane von Karl May?“ Falsche Fährte. Antwort Amazon:

Riesige Auswahl Dachdecker, Karl May Klassiker und und viele weitere Artikel im Bereich Bücher zu dauerhaft niedrigen Preisen.

Das ist wohl auch nichts.

Es gilt also, die Suchstrategie einzuengen. Ich fixiere mich in meiner Suche auf das deutsche Projekt Gutenberg. Dort ist eine Suche innerhalb der Texte des Projektes möglich.

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Jetzt sehen die Resultate schon ganz anders aus.

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Old Surehand, das wäre möglich, ich erinnere mich, dass ich dieses Buch tatsächlich einmal gelesen habe. Ein Klick auf die entsprechende Seite bringt mich direkt ins Kapitel 2:

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Ich beginne also das Kapitel von Anfang an zu lesen, und siehe da, das ist genau die Geschichte, an die ich mich vage erinnert habe.

Zwei Schieferdecker hatten auf der Spitze eines sehr hohen Kirchturmes eine neue Wetterfahne anzubringen … Der eine Schieferdecker war ein alter, erfahrener Meister, der andre sein Sohn, der eine Frau und vier Kinder hatte. (…) Da hört man oben einen Schreckensruf erschallen; der Sohn hat ihn ausgestossen; der Vater antwortet ruhig und ermahnend; der Sohn ruft wieder, und gleich darauf stösst die Menge einen einzigen, vielstimmigen Schrei des Entsetzens aus, denn der Alte hat den Sohn, der ihn am Fusse fasste, mit einem kräftigen Tritte von der Leiter geschleudert, so dass er in die grausige Tiefe stürzt und dort zu einem wirren Haufen von Fleisch und Knochen zerschellt.

Das man mit solch vagen Erinnerungen eine Textstelle wiederfindet, das hat mich wirklich sehr angenehm überrascht. Überrascht hat mich aber auch, dass ich mich an solche Einzelheiten aus der Lektüre meiner Jugendzeit erinnert habe, und die Lektüre dieser Bücher von Karl May hat damals in rekordverdächtigem Tempo stattgefunden. Aber wie heisst es doch so schön? Eine andere Erinnerung aus dem Latein-Unterricht:

Semper aliquit haeret.

Ich habe übrigens das Buch eben auf meinen Kindle geladen, es kostet nichts. In den kommenden Ferien werde ich mal wieder einen Blick in Old Surehand werfen. Im Moment ist Karl May ohnehin in den Medien sehr präsent, anlässlich seines 100. Todestages.

 

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Publikumspreis – Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse findet vom 15. – 18. März 2012 statt mit Lesungen, Fachvorträgen, Diskussionen, Fortbildungsveranstaltungen, Preisverleihungen – das grösste Lesefeste Europas, wie auf Twitter gemeldet wird.

Für den Publikumspreis gibt es fünf Nominierte, diese findet man hier. Da das Publikum nun darüber abstimmen kann, welcher der fünf Titel ihm am besten gefällt, habe ich mich auf die Suche nach den Büchern gemacht. Leseproben und Informationen zu allen Autoren sind über die Seite der Leipziger Buchmesse erhältlich. Kann man aber auch schon Ebooks dieser Autoren erhalten? Hier meine Resultate.

Drei der fünf nominierten Bücher sind also digital erhältlich, dies ist ein wirklich gutes Ergebnis. Ein weiteres Buch lässt sich vorbestellen. Nur beim Buch von Hahn scheint es keine geplante digitale Ausgabe zu geben.

Abstimmen kann das Publikum übrigens direkt auf der Homepage der Leipziger Buchmesse oder auf der Seite von Literaturcafe.de.

Hier der aktuelle Zwischenstand:

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Würdigung von Hans Arp auf YouTube

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Heute kam von Prinz_Rupi dieser Tweet mit einem wunderbaren Video, das er selber erstellt hat.

Wilhelm Ruprecht Frieling: Hans Arp – Der grosse Sadist

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Lyrik-Wettbewerb

twitter-lyrik

Das Literatur-Café und BoD veranstalten einen neuartigen Lyrik-Wettbewerb. Gesucht wird das beste Gedicht mit maximal 140 Zeichen. Für die Teilnahme muss man sich bei Twitter anmelden, dort twittert man dann ein Gedicht. Hier findet man eine detaillierte  Anleitung für die Teilnahme.

Stand 13.3.09, 23:50: 155 Beiträge. Hier ein Beispiel:

VerlassenliegeichindeinerHaut
DieichfiebernddirvomLeibeschälte
Umzuverbergenwasnochmehrmichquälte
AlsdiefrischeWundediedeinSalzbetaut

Jan Ulrich Hasecke
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Deutsche Literatur auf antikoerperchen

antikoerperchen

Über PR-Inside.com bin ich auf die Seite antikoerperchen Lyrik-Datenbank gestossen. Für den Deutschunterricht ist diese Seite tatsächlich eine Fundgrube. Die Idee ist einfach: wer sich mit einem Gedicht beschäftigt hat, soll seine Ergebnisse auf dieser Seite veröffentlichen. Oder in den Worten von antikoerperchen:

Sie haben sich mit einem Gedicht beschäftigt, es interpretiert und wollen nun, dass andere an ihren Erkenntnissen und Ideen teilhaben? Nutzen sie doch die Möglichkeit sich hier zu registrieren und ihren Text zu veröffentlichen.

Entstanden ist das Ganze durch den Deutschunterricht. Ich habe mich nie besonders für Lyrik oder Literatur im Allgemeinen interessiert und auch heute ist mein Interesse recht selektiv, aber die Themenreihe Expressionismus hatte mich angesprochen. Der Expressionismus vertrat eine relativ negative Weltsicht und hat meinen damaligen jugendlichen Nihilismus gut in Worte fassen können. Ich hatte dann meine Interpretationen, die als Hausaufgabe zu erstellen waren, ins Internet gestellt und ich stellte fest, dass es eine Nachfrage nach diesen Informationen gibt. Ich erstellte weitere Interpretationen und so wuchs das Angebot erstmal. Mittlerweile hat die Seite die dritte Inkarnation hinter sich und ich denke, dass das Angebot gute Anlagen für die Zukunft haben könnte.

Ich habe die Beiträge für Lyrik aus dem Barock etwas studiert, die Qualität ist beachtlich. Da nimmt man in Kauf, dass plötzlich Reklame für Billigflüge eingeblendet wird. Interessant ist die literaturgeschichtliche Ordnung in den aufgenommenen Werken.

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Roman auf dem Handy geschrieben

Wie man einer Meldung des Literaturcafés entnehmen kann, hat ein italienischer Autor einen Roman vollständig auf einem Handy eingetippt.

Der Italiener Roberto Bernocco hat die 368 Taschenbuchseiten seines Romans »Compagni di viaggio« (Reisegefährten) ausschließlich auf seinem Nokia-Handy eingetippt. Bernocco nutze hierfür die Zeit, die er auf dem Weg zur Arbeit im Zug verbrachte. In 17 Wochen war sein Science-Fiction-Roman fertig getippt. Das Werk ist in normalem Italienisch geschrieben, ist also kein Roman im SMS-Stil oder verwendet gar die üblichen SMS-Kürzel.

Das Buch hat der Autor im Selbstverlag auf lulu.com herausgebracht. Die Frage ist natürlich, ob der Autor lediglich den Text eingetippt hat mit dem Handy und ihn dann überarbeitet hat, wie dies ein guter Autor tun wird, oder ob er einfach den ersten Handy-Entwurf hat stehen lassen. Nach meinen zugegebenermassen nicht sehr umfangreichen Recherchen ist Bernocco offenbar der erste, der einen Roman auf dem Handy eingetippt hat. Über die Qualität dieses Produkts ist damit aber natürlich nichts ausgesagt, die Frage ist auch, ob das überhaupt stimmt. Aus meiner Sicht ist dieser Text auch eher linguistisch als poetisch interessant. So könnte man etwa untersuchen, ob die Satzstrukturen die gleichen, wie wenn ein Autor einen Laptop benutzt.

Was aus meiner Sicht wesentlich interessanter ist, sind die Romane die speziell für die Lektüre auf einem Handy geschrieben worden sind. Sei dies etwa ein Roman, der aus einer Aneinanderreihung von SMS besteht, also ein traditioneller Roman, der diese SMS-Form wählt, wie Goethe in seinem Werther die Briefform gewählt hat. Interessant sind auch Romane, die speziell für die Lektüre auf Handys geschrieben oder nachher gesetzt worden sind, letzteres ist in Japan der grosse Renner. Ich habe mich auf der Seite von goma-books umgesehen, aber leider habe ich nicht eben viel verstanden. Auf dieser Seite kann man erfahren, dass in der ersten Hälfte von 2007 vom Roman The Red Thread bereits mehr als 1 Million digitale Kopien verkauft worden sind.

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Literaturquiz auf literature.de

Auf literature.de habe ich eben ein Literaturquiz gefunden. Alle angemeldeten Nutzer werden in die Bestenliste aufgenommen, unter den Besten werden dann Buchpreise verlost. Na dann los…

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Neue Literaturwettbewerbe

Im Literatur-Café werden gleich zwei Literaturwettbewerbe angekündigt.

  • Einmal der Schreibwettbewerb "Die Feder" von Titus Müller. Hier hat der Autor Titus Müller den Anfang einer Geschichte verfasst, diesen gilt es nun zu einer Kurzgeschichte mit max. 10’000 Zeichen werden zu lassen.
  • Dann wird der Joker Lyrik-Preis 2007 angekündigt. Das Problem ist aber, dass man auf die deutsche Seite von Jokers, also auf jokers.de nicht so ohne weiteres Zugriff hat. Wenn man die Seite aus der Schweiz anwählen will, dann wird man automatisch auf die Adresse von Jokers.ch umgeleitet.

Ein weiterer Wettbewerb findet im Wikipedia statt:

  • "Die Schreibwettbewerbe von Wikipedia haben bereits Tradition. Im März ist es wieder soweit: Zum sechsten Mal ermittelt eine Jury die besten neu hinzu gekommenen oder zumindest deutlich ausgebauten Artikel des Online-Lexikons. Wie gehabt warten einige mitunter kuriose Sachpreise und viel, viel Ehre auf die Teilnehmer." Gefunden in PC-Welt.

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