Politik

Wahlresultate aus dem Kanton Solothurn

Sonntagmorgen: Zeitungslektüre, Radio, dazu online auf der Suche nach Wahlresultaten. Auf Radio32 Unterhaltungsmusik, in den Zeitungen die News von gestern und Kommentare zu aktuellen Ereignissen. Ich möchte allerdings jetzt etwas über die Wahlresultate wissen, also mache ich mich ganz konkret auf die Suche.

Ich starte das App der Solothurner Zeitung: Hier zwar ein aktueller Artikel, der allerdings nur das wiederholt, was wir schon wissen. Also versuche ich es online auf der Seite der Solothurner Zeitung. Hier genau die gleiche Schlagzeile.

Auch hier also nichts Neues. Nächster Versuch über google mit “solothurner wahlen resultate”, ich schränke die Suche auf die letzten 24 Stunden ein, damit ich nicht alle Resultate zu den Wahlen der letzten und vorletzten Wahlen bekomme. Als Resultate die Seiten von SRF, der Berner Zeitung, des Grenchner Tagblattes und – man staune – von Radio Liechtenstein. Bei der Suche hat mir das Programm allerdings “Solothurn” herausgestrichen. Die Resultate helfen mir nicht wirklich weiter.

Eine weitere Suche auf yahoo.com bringt keine anderen Resultate. Nächster Versuch über google news – auch hier keine brauchbaren Resultate. Schliesslich wähle ich die Homepage von Radio 32, das hätte mir doch früher einfallen können. Jetzt bin ich erfolgreich. Hier finde ich den Hinweis auf einen Live-Ticker. Dieser ist nichts anderes als eine eingeblendete Twitterleiste, auf der die neuesten Tweets von @radio32ag stehen. Jetzt ist auch mir am Sonntagmorgen schlagartig klar: wenn man wirkliche News sucht, dann Twitter. Und mit dem Hashtag #so13 ist man jetzt wirklich live dabei.

Nur schade, dass die offiziellen Tweets vom Kanton zu den Wahlen keinen Hashtag haben:

Hier die letzten Tweets mit dem Hashtag #so13


Freie Schulwahl für Gymnasiasten

image

Im Zuge einer Ökonomisierung der staatlichen Schulen plant man nun also eine Art Schulfreiheit für Mittelschulen im Bildungsraum Nordwestschweiz. So konnte man in der Zeitung “Der Sonntag” vom 2.9.12 folgende Schlagzeile lesen:

Beschluss für freiere Schulwahl ist gefasst.

Im folgenden Text steht dann:

Idee ist, dass alle Schüler ihr Gymnasium beziehungsweise ihre Kantonsschule aussuchen können.

Interessant scheint mir, dass dieser Satz in den Online-Ausgaben der Solothurner Zeitung und der Aargauer-Zeitungfehlt. Dort steht lediglich, dass es sich um ein Pilotprojekt handle.

In der Basler-Zeitung steht es dann allerdings klar in der Schlagzeile:

Beschluss für freiere Schulwahl ist gefasst

Ab 2014 können alle Schüler wählen, welches Gymnasium in der Nordwestschweiz sie besuchen möchten.

Inhaltlich sind die Artikel sonst identisch, da sie alle von der gleichen Autorin stammen. Im Artikel wird schließlich auf die Argumentation der Befürworter einer solchen Lösung eingegangen.

Pierre Felder, Leiter Volksschulen im Basler Erziehungsdepartement, gibt unumwunden zu, dass man sich von einem gemässigten Wettbewerb zwischen den Schulen auch eine Qualitätssteigerung erhoffe.

Konkurrenz bringt also Qualitätssteigerung, genau wie in der Privatwirtschaft.

In der Solothurner-Zeitung vom 29.8.12 wird allerdings in einem Artikelein ganz anderes Bild dieser Konkurrenzsituation unter Schulen dargestellt.

Dort lesen wir, dass man in Basler Gymnasien fortan nicht mehr frei entscheiden kann, welche Schwerpunktfächer die Schule anbieten will.

Um alle fünf bestehende Standorte trotz sinkender Schülerzählen zu sichern, soll das Schwerpunktfächer-Angebot eingeschränkt werden.

Diese Massnahme soll dazu führen, dass sich Schülerinnen und Schüler künftig wieder einigermassen ausgewogen auf alle Gymnasien verteilen, wie das Erziehungsdepartement (ED) am Mittwoch bekanntgab. An der freien Wahl von Schule und Schwerpunktfach soll nicht gerüttelt werden, wie Hans Georg Signer, Leiter Bildung im ED, vor den Medien versicherte.

Der freie Wettbewerb soll also klar eingegrenzt werden. Die Schülerinnen und Schüler dürfen also frei wählen, die Schulen sind aber nicht frei in der Gestaltung ihres Angebotes.

Freie Wahl der Schule bedeutet aber aus der Sicht der Schule Freiheit in der Gestaltung ihres Angebotes. Das wäre dann die wirkliche Freiheit. Das aber macht den Basler Behörden wohl doch etwas Bauchweh.