Elearning

Drei Links: 8.Februar 2012

  • Arbeitsblatt der Woche von lehrer-online.de
    „Lehrer-Online präsentiert wöchentlich ein neues Arbeitsblatt. Die Themenvielfalt reicht von gesellschaftlichen Schwerpunkten bis hin zu Aspekten der Berufsorientierung.“

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  • Cloud-Tools für Ihre Präsentation – Gute (kostenlose) Powerpoint-Alternativen im Internet
    „Es muss nicht immer Powerpoint sein. Wer gute Präsentationen erstellen will, dem stehen leistungsstarke Tools in der Cloud zur Verfügung. Die Palette reicht vom komplett kostenlosen Dienst über die private Gratisnutzung bis zur teuren Variante für Wiederverkäufer.“

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  • 22 E-learning Tips & Ideas to Kick Off the Week
    „Huddle up, E-learning Heroes! If you need some extra help pushing your course over the goal line, the Articulate Community is ready to play ball. Each week the team shares freely their winning playbook of e-learning shortcuts, techniques and creativity to help you create better e-learning.“

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E-Learning mit dem Handy

Vokabeln, Karten und Benimmregeln: Handy, PDA und iPod könnten bald zum mobilen E-Learning Center werden. Forscher vom Frauenhofer Institut arbeiten an einem System, dass der Vielfalt der Formate gewachsen ist. Firmen könnten so ihre Mitarbeiter aus der Ferne coachen.

Ein entsprechendes Anwendungsszenario wurde auf der Bildungstechnik-Messe Learntec in Karlsruhe vorgestellt.

Quelle: Handelsblatt.com

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Mobile Learning 2.0

Im Blog E-Learning habe ich diesen interessanten Videocast gefunden zum Thema mobiles Lernen von Anja Wagner und Fabian Topfstedt von der FHTW Berlin.

 

Link: sevenload.com

Zuerst geht Anja Wagner auf den Begriff von Lernen ein, dem klassischen, frontalen Lernstil, wird ein Lernstil 2.0 gegenüber gestellt. Hier erhalten die Lernenden die Kontrolle über ihren eigenen Lernprozess. Sie konfigurieren sich ihre eigenen Inhalte, die ihnen bereitgestellt werden, sie erarbeiten sich gemeinsam die Inhalte, die sie persönlich interessieren.

Fabian Topfstedt klärt dann den Begriff mobile 2.0. Er versteht darunter das Anzeigen von aktuellen web 2.0-Technologien auf mobilen Endgeräten und die Erweiterung durch neue Features, etwa durch die Möglichkeit der kontextsensitiven Datenangabe in Bezug auf den Standort, wenn das mobile Gerät mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet ist (Location-Based Services). Audio, Text und Video sollten auf dem mobilen Gerät nicht nur empfangbar, sondern auch wieder übertragbar ins Netz sein. Tatsache ist, dass die Verbreitung von Mobiltelefonen enorm gross ist. Gemäss einer Studie von Morgan Stanley ist bei 91% der Nutzer das Mobiltelefon ständig greifbar, 15%-20% haben bereits ein GPS integriert.

Unter mobilem Lernen versteht man bislang die Überwindung klassischer Präsenzveranstaltungen. Dies kann durch die Einbindung externer Experten in eine Präsenzveranstaltung oder auch durch die Aufzeichnung von Präsenzveranstaltungen erreicht werden. Lernende können sich dann diese Aufzeichnungen orts- und zeitunabhängig ansehen oder anhören. Man bleibt hier aber in der klassischen Stoffvermittlung. Lerning 2.0 impliziert weitere Schritte:

  • Die automatische Benachrichtung der Lernenden per RSS-Feeds, wenn etwa ein neuer Vortrag greifbar ist, die Lernenden können nun selber entscheiden, welche Vorträge sie downloaden und anschauen wollen.
  • Interessant und wünschbar wäre nun, wenn die User selber auch ihre eigenen Inhalte hochladen könnten, etwa indem sie ein Video aufnehmen und dieses den andern Lernenden zur Verfügung stellen. Neben solchen mobilen Video-Aufzeichnungen wären Formen von Video-Blogging oder Video-Kommentierungen denkbar. Das Hochladen dieser Video-Beiträge muss allerdings mobil möglich sein und Videos müssten auch mit Begleittexten versehen werden können.
  • Wünschbar wäre auch ein Geo-Tagging, das nicht nur einseitig vom Handy zum Web möglich ist, sondern auch vom Web zum passenden Ort.

Zum Schluss folgen noch Gedanken zum zu erwarteten Information Overload, wenn wir zusätzlich mit Millionen von Videoinformationen konfrontiert werden. Eine Möglichkeit wäre, dass wir uns zu thematischen Netzwerken zusammenfinden würden, in dem die Lerneneden dann eine Art von Lerngemeinschaft bilden würden.

Die beiden Autoren wollen zu diesem Thema einen Kurs ab dem 1.12.07 starten. Zugang für E-Berliner über http://evideo.fhtw-berlin.de.

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Aufsatz auf dem Laptop

Heute Morgen war es soweit, die erste Klasse hat einen Aufsatz bei mir auf dem PC geschrieben. 8 Schüler haben ihren eigenen Laptop mitgebracht,weil sie lieber mit dem für sie gewohnten Gerät schreiben wollten, die andern schrieben auf einem PC im Computerraum. Die Schüler selbst hatten dies gewünscht, zuerst wollen nur wenige, dann immer mehr, schliesslich wollte nur noch eine Schülerin ihren Aufsatz von Hans schreiben. Aber auch sie schrieb dann mit dem PC. Meine Schreibbogen blieben ungenutzt.

Die Schüler mussten einen normalen Erörterungsaufsatz schreiben, u.a. zum Thema "Schule ohne Noten?".

Hier einige Eindrücke.

Aufsatz02

Aufsatz03 Aufsatz04

Was mir aufgefallen ist:

  • Es herrschte eine sehr ruhige Athmosphäre, es war sogar ruhiger als während einer normalen Aufsatzstunde.
  • Die Schüler wirkten lockerer, es gab eigentlich keinen zeitlichen Stress, die für viele sehr aufwändige Reinschrift war nicht mehr nötig.
  • Viele arbeiteten zuerst traditionell mit Notizpapier, erstellten dort grafisch ein Brainstorming. Andere machten auch diese Gliederungsarbeit bereits mit dem Computer.
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Einen Text bewerten und kommentieren

Die Dateien sind in die Lernoberfläche moodle hochgeladen. Das haben nun mitterweile fast alle geschafft. Eine Schülerin hat zu Hause keinen Internetanschluss, in diesem Fall war es etwas schwieriger.

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Ein Schüler hat seine Datei am falschen Ort abgeliefert.

moodle02

Nun kommt meine Arbeit als Lehrer. Ich öffne alle Word-Dateien, lese und kommentiere sie. Hier kommt mir mein Tablet sehr gelegen. Ich korrigiere die Texte im herkömmlichen Sinn von Hand mit den gewohnten Korrekturzeichen.

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Am Schluss gibt es einen eingetippten Kommentar, eine Bewertung und unter Umständen einen Auftrag zur Überarbeitung.

moodle03

Was sind die Vorteile?

  • Die Schüler sind ganz klar mehr motiviert, als wenn sie die Arbeit nur handschriftlich machen würden. Zudem müssen sie mit der Tastatur arbeiten und mit einer Textverarbeitung. Da sie sich innerhalb einer neuen Lernoberfläche bewegen müssen, werden sie zudem klar auch in ihrer Medienkompetenz gefördert. Schliesslich können sie ortsunabhängig und frei arbeiten. Schüler, die länger haben im Formulieren eines Textes, können sich entsprechend Zeit lassen.
  • Für mich als Lehrer ist es viel einfacher, den Überblick über den Stand der Abgabe von solchen Arbeiten zu behalten. Wenn die Arbeiten zur Bewertung abgegeben sind, dann kann ich bereits mit der Korrektur beginnen. Die Originaltexte und meine Korrekturen und Kommentare bleiben zudem auch für mich immer griffbereit, ohne dass ich etwas kopieren und überflüssiges Papier verschwenden muss. Nicht zuletzt gehen die Korrekturen wesentlich schneller, da das Lesen von Handschriften wesentlich länger dauert.

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Eine einfache Aufgabe mit dem Computer erledigen

moodle

Letzte Woche habe ich zwei Klassen eine einfache Aufgabe gestellt: die Schüler mussten einen Text lesen, dann eine Zusammenfassung schreiben. Diese dann in einem Textverarbeitungsprogramm abtippen, die Datei anschliessend in einer moodle-Lernoberfläche hochladen. Zuerst mussten die Schüler sich auf dieser Lernoberfläche anmelden, also ein Konto eröffnen. Anschliessend mussten sie sich in der entsprechenden Lerneinheit anmelden mit einem Passwort, das ich ihnen bekannt gab.

Auch wenn die Aufgabe sehr einfach scheint, hatte sie für einige Schüler doch ihre Tücken.

  • Man konnte sich nicht bei moodle einloggen, da man entweder das Login oder das Passwort schon vergessen hatte.
  • Man verwechselte das persönliche Passwort mit dem Passwort der Lerneinheit.
  • Man fand sich auf der Lernoberfläche nicht zurecht. Meist aus dem einfachen Grund, dass man nicht alles gelesen hat, was dort stand. Insbesondere Arbeitsanweisungen hatte man überlesen oder gar nicht zur Kenntnis genommen.
  • Man hatte Mühe, das Programm für die Textverarbeitung zu finden.
  • Man hatte vergessen, wo man die Datei lokal abgespeichert hatte. Also fand man sie nicht für das Hochladen.
  • Man stolperte über eigene verschiedene Versionen derselben Datei, die man lokal abgespeichert hatte, d.h. man wusste nicht mehr, welche Datei die aktuelle ist.

Boccaccio

Diesen Text von Giovanni Boccaccio galt es zusammenzufassen.

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Arbeit im Klassenzimmer, …

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… handschriftliche Zusammenfassung und …

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… das Eintippen, Abspeichern und Hochladen im Computerraum.

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Vokker – ein Vokabeltrainer

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Der RSS-Bandit zeigt 610 neue Blog-Einträge an, allein 176 im Bereich Bildung. Das wird eine Weile dauern, bis diese Informationen verarbeitet sind.

Kaum mit der Verarbeitung gestartet, stosse ich über den Bildungsblog schon auf ein interessantes Angebot: Vokabeln lernen mit der Karteikartenmethode auf vokker. Ich habe hier auch schon andere solche Angebote vorgestellt. Was mich bei vokker positiv stimmt, ist die Möglichkeit, die Karteikarten zu exportieren, sie entweder auszudrucken oder aber als csv oder xls (Excel-Format) abzuspeichern. Natürlich können die Vokabeln dann auch ausgetauscht werden. Was ich besonders gut finde: man kann auch bereits bestehende Vokabellisten importieren. Sieht nach einem tollen Angebot aus.

Wenn ich daran denke, wie die Maturanden am Tag danach ihre Karteikarten einfach in den Gängen des Schulhauses zerstreut haben …

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das wäre mit vokker nicht möglich!

vokker

Der Vollständigkeit halber muss ich noch festhalten, dass es natürlich auch eine Reihe von Softwarelösungen gibt, um auf dem eigenen PC Vokabeln zu lernen. Auf dem Tablet PC gibt es das Programm TabletFlash 1.1, man kann in diesem Programm die Karteikarten von Hand beschreiben.

 

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Computer machen die Schule

Nun haben wir also auch hier in der Schweiz die bekannte Schlagzeile: über Beats Blog bin ich auf den Artikel der SonntagsZeitung von gestern gestossen. Schon wird der Artikel in weiteren Blogs besprochen, z.B. auf TeachersNews. Der Autor des Arikels in der SonntagsZeitung, Balz Spörri, versucht zu zeigen, dass der Einsatz von Computern im Unterricht vor allem viel kostet, aber wenig Nutzen bringt. Er stützt dies mit dem Hinweis auf einige Studien aus den USA und England. Während sich in den USA, so Spörri, nun die Ernüchterung breitmache, wolle man in der Schweiz in den Bereich ICT im Unterricht noch mehr Geld investieren. Den Befürwortern von ICT im Unterricht hält Spörri am Schluss ein Zitat einer Lehrerin aus den USA entgegen.

«Seien wir ehrlich», sagt Mathe-Lehrerin Alice McCormick, «wenn man Mathematik lernen will, tut man das noch immer am besten mit einem Stift und einem Blatt Papier.»

Marc Pilloud hat in Beats Blog eine interessante Antwort gegeben. Wenn man davon ausgehe, dass Computer und Internet ein neues Medium seien, dann würden sie auch unsere Sicht der Welt prägen, sie prägen also unser Denken und Tun. Daraus folgert er, dass man nicht einfach erst nach dem Schulaustritt lernen kann, wie man den Computer einsetzen kann. Er geht sogar so weit, dass er in Zweifel zieht, ob jemand, der nicht in dieser digitalen Kultur zu Hause ist, begreifen und messen kann, welche Fortschritte jemand in dieser Kultur macht:

Es ist zu vermuten, das Menschen die nicht in dieser Digitalen-Denk-Kultur leben, diese nicht messen, beurteilen, bewerten, ja kaum mehr wahrnehmen können als ein Phänomen, dass in ihren Begriffen nicht vollständig zu fassen ist.

In diesem Zusammenhang fällt mir jetzt tatsächlich auf, dass ich immer sehr skeptisch gegenüber "externer Kritik" von Leuten gewesen bin, die unser Bildungssystem noch ohne ICT durchlaufen haben. Wenn wir tatsächlich Lernerfolg klassisch messen, etwa indem wir messen, welches Wissen sich die Schüler angeeignet haben in einer gewissen Zeit, dann dürften die Resultate schlecht ausfallen, da der Computer, vor allem am Anfang, eher von solchem Lernerfolg ablenkt. Einmal sind es die technischen Schwierigkeiten, mit denen nicht nur wir Lehrer, sondern auch die Schüler zu kämpfen haben, dann ist es das riesige Ablenkungspotenzial, das uns das Internet bietet.

Aber ich lasse mich ja auch nicht durch organisatorische Schwierigkeiten z.B. von Exkursionen und andern ausserschulischen Anlässen abhalten. Dies scheint mir durchaus vergleichbar mit Schwierigkeiten mit Computern im Unterricht. Ich besuche eine Theateraufführung, weil sie an sich für die Schüler wichtig ist. Wir organisieren schulische Sportanlässe, weil sie für unsere Gemeinschaft wichtig sind. So können wir sagen, dass wir Computer im Unterricht einsetzen, weil sie einfach wichtig sind, weil sie Teil unserer Kultur geworden sind. Sie sind ganz einfach da, auch wenn viele sie lieber nicht in der Schule hätten.

Schliesslich verlangen wir von den Schülern auch, dass sie Zeitungen lesen, sich über das Fernsehen auf dem Laufenden halten oder dass sie auch Bibliotheken besuchen. All das bietet aber auch reichhaltiges Potenzial für Ablenkungen. Aber wir wissen, dass man gerade durch scheinbare Ablenkungen auch ganz wichtige Impulse bekommt, ja dass unser Leben generell aus Ablenkungen besteht. Was schliesslich heute als Ablenkung gilt, kann sich in einer neuen Situation als wichtig für das Lösen eines Problems herausstellen.

Und wenn wir den Unterricht auch ohne Computer machen, zu Hause spätestens schalten viele unserer Kids den Compi ein, chatten über MSN, lesen Beiträge in Foren, tauschen ihre Hausaufgaben aus. Viele Klassen organisieren ihre Freizeit über eigene Diskussionsforen. Wenn wir im regulären Schulunterricht den Computer einsetzen, dann haben zumindest alle Schüler die Chance, dieses Medium tatsächlich richtig kennen zu lernen, also müsste man schon aus diesem sozialen Gedanken heraus eigentlich den vermehrten Einsatz von Computern im Unterricht befürworten.

Nur noch so nebenbei: auf einer Seite von PC-Welt kann man lesen, dass sich in Deutschland 60.2 Prozent der Bundesbürger über 14 Jahren mehr oder weniger regelmässig im Internet aufhalten. 22.2 Millionen zählt man zu den "Offlinern". Das Durchschnittsalter beträgt in dieser Gruppe 61.9 Jahre.

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Computer gehören ins Schulzimmer

Man erinnert sich noch gut an die Debatte darüber, ob jeder Schüler einen Laptop braucht. Schon vor drei Wochen ist im Spiegel online ein neuer Artikel über den Einsatz von Computern an Schulen erschienen. Diesmal ein Artikel, der positive Erfahrungen in einer Schule in den USA (Soul Road School, New York) in den Vordergrund stellt. Im Lead lesen wir:

US-Schulen rüsten ihre Computer ab – was für ein Unsinn, finden Lehrer und Schüler der Soul Road School in Syracuse. "Wer Computern abschwört, schwört der Zukunft ab." Hier wird mit Displays, Scannern, Powerpoint gelernt.

Im ganzen Artikel kommen Lehrer und der Direktor der Schule zu Wort, die sich positiv zum Einsatz von Computern im Unterricht äussern. Mich überzeugen die Argumente des Direktors für den Einsatz von Computern im Unterricht:

  • Dank moderner Technik haben die Jugendlichen mehr Spass am Unterricht.
  • Computer sind Teil der Lebenswelt von Jugendlichen, man kann sie nicht aus dem Unterricht verbannen.
  • Unsere Jugendliche müssen auch technisch ausgebildet werden, wir verlieren sonst den Anschluss an die technologische Entwicklung.

Interessant ist dann aber, dass der Berichterstatter fast ausschliesslich Beispiele von Computereinsatz an dieser Schule zeigt, die lehrerzentriert sind: Powerpoint, ein digitales Mikroskop, digitale Tafel. Ganz zu Beginn eine Beschreibung eines Mädchens, das offenbar selber am Computer gewisse Seiten aufsucht.

Computereinsatz im Unterricht bietet die einmalige Chance, dass wir von der Einmann/Einfrau-Show wegkommen, nicht ich als Lehrer muss alle diese neuen digitalen Geräte einsetzen, ich muss sie zwar einsetzen können, die Schüler aber sollten Computer zum individuellen Lernen einsetzen können. Dazu brauchen wir Beispiele. Im Artikel wird erwähnt, dass die Schüler die Powerpoint-Präsentation nach dem Unterricht von der Homepage holen können. Gerne würde ich hier erfahren, wo sie diese holen, wie man das organisiert hat. Welche Lernplattform verwendet man?

Besser wäre es allerdings, wenn die Schüler diese Präsentation, währenddem sie abläuft, im Computer auch vor sich haben, sie sollten sich dazu Notizen auf dem Computer machen können, sie sollten auf gewisse Folien reagieren können, also zur Mitarbeit aufgefordert werden. Dann findet keine Powerpoint-Präsentation im herkömmlichen Sinn mehr statt, sondern eine digitale Lernsituation, ein digitales Lehrgespräch.

Zum Schluss noch eine weitere Bemerkung zum Spiegel-Artikel. Ich habe die dort genannte Schule im Internet gesucht. Ich wollte wissen, was die Schule selber zu sagen hat. Nach einigem Suchen bin ich zumindest auf die Adresse des Schuldirektors gestossen, aber auf keine Homepage der Schule. Schade, ich erwarte von einer Berichterstattung doch mehr als nur einen Bericht über eine Schule, über die man dann nicht mehr erfahren kann.
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ICT-Aktivitäten eines Lehrers im schulischen Alltag

Hier ein paar Einblicke in das digitale Leben einer Lehrers während eines normalen Schultages.

  • Vor dem Unterricht habe ich natürlich meine Emails studiert und – gemäss GTD (getting things done) auch erledigt.
  • Nebenbei auf Neuigkeiten geschaut, die über meinen RSS-Bandit reingekommen sind.
  • Ein letzter Blick auf die in den letzten Tagen erstellte Lerneinheit zur Maturarbeit, diese habe ich in einem moodle bereitgestellt. Dazu habe ich moodle in der neuen Version 1.8 installiert mit einem neuem Erscheinungsbild – Autumn theme. Eine gewisse Individualität muss doch sein.
  • Im Schulzimmer starte ich den Tablet PC, werfe einen Blick in das Archiv der Klasse – erstellt mit dem Programm ELO, die kommen wird. Hier sind alle Unterrichtsprotokolle, Arbeitsblätter sowie viele digitale Aufnahmen von Wandtafelzeichnungen.
  • Wärend dem Unterricht führe ich das Unterrichtsprotokoll auf dem Tablet nach. Die Schüler haben sich schon daran gewöhnt.
  • In einer nächsten Doppelstunde geht es um Bölls "Wanderer kommst du nach Spa…" . Die Klasse hat Bilder erstellt, auf denen sie den Gang der Hauptgestalt durch das Schulhaus visualisiert haben. Die Bilder sind in der letzten Stunde erstellt worden, ich habe sie alle mit meiner Digitalkamera aufgenommen und mit dem Programm Snapter bearbeitet. Sie liegen also digital vor. Die Klasse soll nun in einem einfachen Abstimmungsverfahren das beste Bild auswählen. Von diesem werden wir nachher ausgehen und den Aufbau der Erzählung diskutieren. Nach der Wahl kopiere ich das Bild schnell in die vorbereitete Powerpoint-Präsentation. Wir schauen uns dann das Bild in einer Grossaufnahme an.
  • Während der Besprechung gehen wir dem Gang der Handlung, visualisiert auf dem Bild, nach. Mit meinem Stift markiere ich Stellen auf dem Bild. Zu den einzelnen Punkten haben Gruppen bereits Kommentare vorbereitet, ich habe auf meiner Präsentation Ergänzendes zur Hand. Am Ende der Stunde markiere ich mir im Notizfeld im Powerpoint, wo ich mit der Klasse stehen geblieben bin.
  • Am Nachmittag scheint eine ICT-freie erste Stunde anzustehen. Ich habe Lösungen zu grammatischen Problemen auf einer Folie von Hand eingezeichnet. Eine Schülerin fragt mich, ob man diese Lösung nicht auch für sie zugänglich machen könnte. Ich verspreche, diese ins Educanet zu legen.
  • Zu Beginn der folgenden Ethik-Doppelstunde wiederhole ich das Wichtigste der letzten Stunde auf Powerpointfolien. Dann lasse ich in Gruppen Drehbücher zu Konflikten, die die Klasse selber erstellt und inszeniert hat analysieren. Die Drehbücher haben mir die Gruppen über das Wochenende per Email zugestellt, so dass ich sie anschliessend im Word bearbeiten konne.
  • Nach einer Gruppenarbeit erfolgt die Präsentation der Ergebnisse durch die Gruppen. Anschliessend zeige ich die Videoaufnahme des dargestellten Konfliktes ab Kamera, die Aufnahme habe ich vor 14 Tagen gemacht. Leider hat mir die Zeit nicht gereicht, die Filme zu schneiden. Sonst hätte ich sie natürlich ab DVD oder Computer gezeigt. Mit der Pausenfunktion lässt sich das Video anhalten und kommentieren.
  • Gegen Schluss fragt mich ein Schüler, ob er nicht meine Powerpoint-Folien haben könnte. Da diese Klasse aus mehrern gemischt ist, ist die Educanet-Lösung hier gar nicht möglich, eine Klasse ist dort noch gar nicht erfasst. Was mache ich? Ich erstelle auf meinem persönlichen WIKI schnell eine Seite, speichere die entsprechende Powerpointseiten als pdf ab und lade sie auf mein WIKI hoch. Dann schreibe ich die Adresse an die Wandtafel.
  • Ich teile der Klasse noch einen kleinen Reader zum Thema Konfliktlösung aus, es sind drei Seiten aus einem ebook (Pocket Power Konfliktmanagement), das ich anschliessend auch noch kurz vorstelle. Von diesem Buch habe ich gar keine Papierausgabe.
  • Nach dieser Doppelstunde erscheint meine Gruppe von vier Schülerinnen, die ihre Maturarbeit bei mir schreiben wollen. Für sie Moneygram money transfer habe ich eine moodle-Lerneinheit bereitgestellt. Ich führe sie ein, indem ich per Beamer die Seite vorstelle.
  • Dann nach Hause, mittlerweile nach 18.00. Dort lade ich nach dem Nachtessen meine Lösungsblätter, die ich vorher noch eingescannt habe, auf Educanet hoch. Dazu noch ein weiteres Übungsblatt mit Lösungen. Ich habe nämlich gesehen, dass Schüler im Educanet online sind, also sollen sie auch noch was zum Üben haben.
  • Jetzt werde ich noch eine Probe vorbereiten. Diese werde ich mit einem völlig veralteten, aber wunderbaren Programm erstellen, mit dem Pagemaker.
  • Dann werde ich noch die Unerrichtsprotokolle nachtragen und die digitalen Aufnahmen einbinden.
  • Emails, Blogs … Das ist klar.
  • Und zum Schluss werde ich mein persönliches Tagebuch auf OneNote schreiben.

Dies ist eigentlich ein normaler Arbeitstag, ohne Computer für mich eigentlich undenkbar.

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