Plagiate - digitale Stilanalysen

Freitag, 23. November 2007


Unter dem Titel Jagd auf Plagiate lesen wir auf PCWelt:

Das Internet ist ein Eldorado für Abschreiber. Ob fertige Hausarbeiten oder komplette Wikipedia-Artikel - nie zuvor konnte man fremdes geistiges Eigentum derart leicht zusammen stehlen und als seine eigene intellektuelle Leistung verkaufen. Diesem Treiben soll Picapica einen Riegel vorschieben: Die Software der Bauhaus-Universität Weimar spürt nämlich Abschreiber auf.

Der Artikel macht dann auf das Programm picapica.net aufmerksam. Dieses soll in der Lage sein "Textübereinstimmungen zu finden", dabei könne es nicht nur wörtliche Übereinstimmungen finden, sondern auch den Grad der Veränderung feststellen. Das Programm kann sogar noch mehr, wie einer der Entwickler sagt:

Wir können innerhalb von Texten aber auch Stilbrüche zeigen. ... Unter anderem die Länge von Sätzen, die Häufigkeit bestimmter Wörter und der typische Satzaufbau sind Kriterien dafür.

picpica

Das sieht ja alles sehr vielversprechend aus, für mich nicht unbedingt wegen der Möglichkeit, Plagiate aufzuspüren, sondern wegen der Möglichkeit Stilanalysen an digitalen Texten zu machen. Darauf habe ich schon lange gewartet. Ein Programm, das uns auf mögliche Stilbrüche in unseren eigenen Texten aufmerksam macht oder das man in der Schule einsetzen könnte, einfach super. Darauf habe ich schon lange gewartet. Einen Haken hat das Ganze: Das Programm ist nicht erhältlich.

Plagiate an der Universität Zürich

Freitag, 2. Februar 2007


In einem Artikel der NZZ von gestern, 1.2.2007, lesen wir, dass im letzten Jahr über 5 Studenten der Universität Zürich eine bedingte Exmatrikulation verhängt worden sei, weil sie in Arbeiten Zitate ohne Quellenangaben verwendet hätten. In den letzten eineinhalb Jahren hätten sich die aufgedeckten Plagiatsfälle gehäuft. Es werden neue Massnahmen geprüft oder neu eingeführt, um diesen Anstieg der Plagiatsfälle zu bekämpfen.

Das Problem ist natürlich auf allen Stufen erkennbar, vor allem in der Mittelschule im Zusammenhang mit den Maturaarbeiten. An der Kantonsschule Solothurn müssen die Schüler der Maturaarbeit eine Erklärung beifügen, in der sie bestätigen, dass sie die Arbeit ohne unerlaubte fremde Hilfe gemacht und dass sie alle benützen Quellen angegeben haben.

In seinem Buch Das Google-Copy-Paste-Syndrom bringt Stefan Weber dieses Phänomen der "Ergoogelung der Wirklichkeit" unter anderem in einen Zusammenhang mit der postmodernen Haltung der neuen Generation. Diese Generation habe ein völlig anderes Verhältnis zur Autorschaft von Texten.